Von Würmern

Notiert von Hans-Georg am 7. Februar 2010

Jeder hatte wohl schon mal einen Ohrwurm, einen – meist banalen – Musiktitel, den man einfach nicht wieder loswird. In der vergangenen, recht schlaflosen, Nacht hatte ich sowas wie einen Gehirn- oder Gedankenwurm. Immer wenn ich wach wurde, musste ich an an Richard Mörtel Lugner denken. Ausgerechnet an diesen schrecklichen, stinkreichen Österreicher.

Verursacht wurde dieser Wurm vermutlich durch einen Fernsehbeitrag, den ich vor wenigen Wochen gesehen hatte, vertieft durch einen Artikel über den anstehenden Opernball in Wien, den ich gestern irgendwo gelesen habe.

In dem Fernsehbeitrag sass er mit einem jungen Ding, das seine Enkelin sein könnte, in einer Badewanne und füsselte ihr zwischen den Beinen rum. Widerlich! Und er fühlt sich so toll dabei. Furchtbar!

Für den Opernball kauft er für seine Loge ja immer Damen ein, die durch Klatsch, Film und Fernsehen eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Im vorgen Jahr hatte er z.B. Nicollette Sheridan, bekannt aus der Serie Desperate Houswives, eingekauft. Wie man hört, soll sie sich ziemlich gelangweilt haben. Auch Paris Hilton war bei ihm schon “zu Gast”. Sie soll sich eher dafür interessiert haben, SMS zu schreiben als für das Geschehen auf dem Ball.

Na ja, diese Bilder gingen mir eben nicht aus dem Kopf. Ausgerchnet so ein Schmarrn musste es sein. Hätte nicht was Schöneres in meinem Hirn rumspuken können?

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Tschiep tschiep

Notiert von Hans-Georg am 4. Februar 2010

Es liegt noch viel Schnee, es taut, es ist grau und ungemütlich. Nachts friert es. Und es gibt noch den einen oder anderen Schneeschauer. Und doch: In nicht mal mehr 7 Wochen ist Frühlingsanfang. Die Tage werden bereits länger. Es gibt Tage, an denen wir im Büro schon bis kurz vor Feierabend ohne Licht auskommen.

Vor dem Fenster ist ein kleiner Park. Im Gebüsch und in den Bäumen halten sich viele Vögel auf. Tschiep tschiep und anderes Vogelgezwitscher ist zu hören. Ich konnte auch die Balz der Krähen beobachten und Revierkämpfe zwischen den Drosseln.

Trotz winterlicher Unbilden – es geht bergauf!

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Ich hasse Wartezimmer

Notiert von Hans-Georg am 1. Februar 2010

Wenn es vermeidbar ist, gehe ich eher nicht zum Arzt und versuche, mir mit rezeptfreien Medikamenten oder mit Hausmitteln Linderung zu verschaffen. Leider lässt es sich manchmal nicht umgehen, doch einen Arzt aufzusuchen, und sei es nur der Vorsorge wegen.

Erblich vorbelastet mit Hautflecken aller Art suchte ich heute einen Hautarzt auf. Ich hatte einen Termin. Etwa 10 Minuten vor der Zeit war ich da. Karte einziehen, 10 Eurobezahlen – “Nehmen sie noch im Wartezimmer platz”. Ich steuerte das Wartezimmer an. Vier freie Plätze, immer zwischen 2 Personen, die zum Teil noch Mäntel bzw. Jacken trugen. Also kalt war es da nicht, die Heizung funktionierte gut.

Da ich einen Termin hatte, nahm ich mir keine alte Zeitschrift vom Tisch. Es musste ja bald losgehen. Einige Patienten wurden in Abständen herausgerufen. Endlich war auch ich an der Reihe, so ca. 20 Minuten nach meinem Termin. Ist wohl akzeptabel.

Frau Doktor betrachtete meine Haut von Kopf bis Fuss. Zwei kleine dunkle Flecken fand sie, die, wie sie meinte, besser entfernt werden sollten. Mitte März soll das dann gemacht werden. Dann sitze ich wohl wieder im Wartezimmer mit vielen Menschen, die in alten Zeitschriften blättern, blicklos vor sich hinstarren, mit ihren Kindern flüstern. Warum flüstern Menschen eigentlich in Wartezimmern? Man versteht doch eh alles.

Heute ist mir wieder bewusst geworden, warum ich es vermeide, zum Arzt zu gehen: Weil ich Wartezimmer hasse!

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Nochmal Winterbilder

Notiert von Hans-Georg am 31. Januar 2010

Eigentlich mag ich keine Winterbilder mehr sehen. In vielen Blogs sind zurzeit zu sehen. “Grün wäre mir jetzt lieber!” – ein Zitat aus einem Blog, welches weiss ich leider nicht mehr.

Der Winter ist noch nicht vorbei und ich befürchte, dass es bei der Vielfalt des diesjähren Winters noch mehr Winterbilder geben wird, auch bei mir. Nun könnte ich mich natürlich weigern, Winterbilder in mein Blog zu stellen. Da ein Weblog aber nicht nur der Erbauung der Leser dient sondern auch – jedenfalls ist es bei mir so – als eine Art von Tagebuch, gibt es eben bei mir noch ein paar Impressionen des diesjährigen Winters. Da es sich um Fotos von der Terrasse und der unmittelbaren Umgebung des ElbePenthouse aufgenommen wurden, sind sie auch eben dort zu sehen.

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Eine runde Sache

Notiert von Hans-Georg am 31. Januar 2010

Geld, welches einem in die Finger bzw. aufs Konto gerät, kann man entweder einfach so ausgeben, z.B. für einen neuen Wagen oder für Reisen. Man kann es auch anlegen, was zurzeit eher nicht so gewinnbringend ist. Man kann auch was dafür kaufen, was eine Wertanlage ist und wofür man sogar neues Geld bekommt. Und das haben wir gemacht, zumindest mit einem Teil des mir zustehenden Verkaufserlöses aus unserem Familienhaus in Lübec, der hoffentlich in der kommenden Woche auf meinem Konto landet. Wir haben eine Wohnung gekauft, die vermietet werden soll. Eigentlich habe ich sie gekauft weil der Verkaufserlös rein rechtlich gesehen mir zusteht. Da aber meine Mutter involviert ist (hierauf näher einzugehen würde diesen Rahmen sprengen), gehört die Wohnung moralisch ihr.

Der Kaufvertrag wurde am Freitag Mittag in der kleinen verschneiten Stadt an der Elbe unterschrieben. Meine Mutter war dabei weil sie und ich anschliessend einen notariellen Vertrag schliessen mussten bzw. weil ich das gerne wollte. Alles in einem Abwasch sozusagen.

Am Rande sei erwähnt, dass ich Mutter Freitag vormittag vom Hamburger Hauptbahnhof abgeholt habe. Ein Schneeproblem gab es nicht. Die Autobahn nach Hamburg war gut befahrbar. Auch in Hamburg und hier in Geesthacht gab es keine Probleme.

Meine Mutter hatte kürzlich erwähnt, dass sie noch nie in der Hamburgischen Staatsoper gewesen ist. Spontan hatte ich die Idee, ob wir anlässlich des Notartermins einen Opernbesuch machen sollten. Ein Blick in den Spielplan ergab, dass an diesem Abend die Oper Madama Butterfly gegeben werden würde, eine Oper, die wir im letzten Jahr in einer überaus schönen Inszenierung im Lübecker Stadttheater gesehen hatten.

Bereits Freitag Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hamburg. Unsere Mägen mussten vor der Aufführung gefüllt werden sollte nicht ihr Knurren die leisen Töne der Musik übertönen. Zusammen mit Bernds Mutter waren wir im Restaurant Franziskaner ganz in der Nähe der Staatsoper. Alte Damen sind nämlich nicht mehr so gut zu Fuss.
Die Erfahrungen mit dem Franziskaner waren eher zwiespältig. Das Essen war nicht optimal, jedenfalls die Gemüsebeilagen. Sie kamen ganz eindeutig aus der Tiefkühltruhe. So war z.B. mein Rosenkohl von einer merkwürdigen Konsistenz und geschmacklich ein Reinfall. Mutters Blumenkohl war zu hart. Aber ansonsten hat’s geschmeckt. Für ein gemütliches Essen zu viert ist das Restaurant auch nicht geeignet. Es ist zu eng und zu laut. Na ja, es ist ja auch sehr rustikal dort.

Die Opernaufführung wurde getragen von der Hauptdarstellerin, der farbigen Sopranistin Latonia Moore. Figürlich ist sie zwar eher einer Wagnersängerin zuzuordnen. Aber das wurde wettgemacht durch ihre phantastische Stimme und ihre Spielfreude. Sogesehen eine Augen- und Ohrenweide. Ihr ebenbürtig agierte auf der Bühne der Rumäne George Petean in der Rolle des Konsul. Der eigentliche Gegenpart von Cio-Cio-San, der sie zum eigenenen Vergnügen und nur so zum Spass heiratende B.F. Pinkerton, gesungen vom Italiener Massimilano Pisapia, passte zwar figürlich zu Latonia Moore, aber gesanglich konnte er ihr nicht das Wasser reichen. Vielleicht war er an diesem Abend nicht so gut drauf.

Am Ende des 2. Aktes beginnt sich das Drama um Madama Butterfly zuzuspitzen. Sehnsüchtigt wartet sie mit ihrer Dienerin und ihem Sohn, der von Pinkerton gezeugt worden war, auf die Ankunft ihres vermeintlichen Mannes, der inzwischen in Amerika eine andere Frau ehelichte. Zu den Klängen des Summchores bricht die Nacht über die drei wartenden Personen herein – und bei mir rollten die Tränen.

Am Ende jubelnder Applaus für Latonia Moore. Ein dramaturgisch sehr sehr schöner Opernabend war zu Ende. Es war die 269. Vorstellung einer Inszenierung aus dem Jahr 1963.

Gestern, am Samstag stand wieder Kultur auf dem Programm. Unsere Mütter hatten zu Weihnachten ja von uns Karten für die Nachmittagsvorstellung von “Best of Musical Gala 2010” bekommen, ein Weihnachtsgeschenk, dass wir bereits Mitte Januar vergangenen Jahres gekauft hatten. Nur das Beste ist gut genug für unsere Mütter. Unsere Plätze hatten wir in der 6. Reihe genau in der Mitte der grossen Bühne.

Im ersten Teil gab es jeweils kurze Ausschnitte aus Musicals, die Stage Holding derzeit nicht im Programm in Deutschland hat. Im zweiten Teil wurden dann die aktuellen Renner gebracht: König der Löwen, Wicked – die Hexen von Oz (unser derzeitiger Favorit), Der Schuh des Manitou, Tarzan und andere. Am Ende gab es einen kleinen Ausblick auf das im Herbst startende Musical Sister Act.

Aufgetreten sind die wohl zurzeit bekantesten Musicalstars in Deutschland: Pia Douwes, Patrick Stanke, Elisabeth Hübert, Anton Zetterholm und Frank Seibert. Patrick Stanke spielte beim glücklosen Musical Titanic den Heizer. Frank Seibert haben wir in Berlin als Ranger im Der Schuh des Manitou auf der Bühne erlebt.

Pia Douwes kann man ohne weiteres als Grand Dame des Musicals bezeichnen. Mit ihrem Alter von 46 Jahren ist sie nicht mehr die jüngste unter den Musicaldarstellern. Aber was hat die Frau für eine Ausstrahlung! Das erlangt man wohl erst in reiferen Lebensjahren. Und tanzen kann sie – das hätte ich nie gedacht. Die Frau ist Spitze!

Auch an diesem Abend gab es bei Bernd und mir feuchte Augen und mehrmals lief uns die Gänsehaut über den Rücken. Ein toller Abend, der auch unseren Müttern gefiel.

Am Hauptbahnhof in Hamburg verabschiedeten wir unsere Mütter. Zwei runde und schöne Tage fanden ihr Ende.

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8 Jahre

Notiert von Hans-Georg am 30. Januar 2010

Heute vor 8 Jahren habe ich meinen ersten Blogbeitrag veröffentlicht. Seitdem schreibe ich ohne Unterbrechung meine geistigen Ergüsse. Ich finde – auch wenn das jetzt eine Selbstbeweihräucherung ist – dass ich stolz darauf sein kann, es so lange durchgehalten zu haben und dass alle Blogbeiträge noch erhalten und nachzulesen sind.

Es gibt einige Weggefährten und -gefährtinnen, die auch damals schon dabei waren. Ich habe Blogs kommen und gehen sehen, aufgetaucht aus dem Nichts und wieder dorthin verschwunden. Schade um die Mühe und Gedanken, die sich die Leute gemacht haben. Ich hoffe, dass ich euch noch recht lange erhalten bleibe. Das 10-jährige ist ja nicht mehr weit und muss doch zu schaffen sein.

Ich danke allen Lesern und Leserinnen, die ab und zu mal bei Queergedacht.de hereinschauen.

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Color Line twittert

Notiert von Hans-Georg am 27. Januar 2010

Eine ungewöhnliche url in meiner Blogstatistik erregte meine Aufmerksamkeit. Mit der Buchstabenfolge konnte ich absolut nichts anfangen. Nie zuvor hatte ich sowas in der Statistik gesehen. Mit einem Klick folgte ich der url und landete auf auf meinem Reisebericht über unsere Oslofahrt vom vergangenen November. Im ersten Moment erschien ein grosses Fragezeichen vor meinem geistigen Auge. Verdutzt starrte ich auf meinen Text und auf meine Fotos. Dann entdeckte ich am oberen Rand eine Zeile, in der u.a. auf die Color Line verwiesen wurde. Huch! Und einen Klick weiter landete ich auf der Twitterseite der Color Line, wo mit netten Worten auf meinen Reisebericht hingewiesen wird.

Scheint so, als würde der Reisebericht der Color Line gefallen. Und das freut mich.

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Zu

Notiert von Hans-Georg am 26. Januar 2010


Die Alster ist zu. Und sie trägt, jedenfalls die Menschen, die sich heute Mittag dort tummelten, inklusive Kinderwagen. Ob sie Hunderttausende trägt, die zu einem Alstereisvergnügen kommen würden um dort Glühwein zu schlürfen, lassen wir mal dahingestellt sein. Beim letzten Mal wurde die Alster Hals über Kopf geräumt weil einige Glühweinstände begannen, im Eis zu versinken. Merkwürdig, dass das in den Medien derzeit keine Erwähnung findet.

Es ist erstaunlich, welch eine Anziehungskraft die zugefrorene Alster hat. Normalerweise sind auf den Zuwegungen rund um unser Büro, das direkt an der Alster liegt, kaum Menschen unterwegs. Heute Mittag zogen ganze Heerscharen zur Alster, um sich das Naturschauspiel anzusehen und um ein paar Schritte auf dem Eis zu wagen. Ich schaute mir das lieber aus sicherer Entfernung an. Bereits auf den Stufen zum Wanderweg kam ich ins Straucheln weil es glatt war. Ich mach mich doch nicht zum Affen und leg mich vor zahlreichen Zuschauern auf das Eis. Also machte ich ein paar Fotos vom sicheren Steg aus.



Anschliessend setzte ich meinen Weg fort zur Binnenalster, die ich umrundete und wo sich in der Wintersonne einige hübsche Motive boten.

Morgen soll entschieden werden, ob am kommenden Wochenende ein Alstereisvergnügen stattfindet. Donnerstag soll es laut Wettervorhersage einen Temperaturanstieg geben mit Temperaturen leicht über dem Gefierpunkt. Wir werden sehen, was passiert.

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Backstage

Notiert von Hans-Georg am 24. Januar 2010


Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Dazu war auch ein kleines privates Fotoshooting notwendig für das nur “obenrum” wichtig war. Deshalb sitze ich da am Rechner, obenrum hui – untenrum pfui, und warte auf den 2. Shootingpartner.

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Olli hat eine Idee

Notiert von Hans-Georg am 24. Januar 2010

Eine Handvoll Gäste über sein Weblog einladen kann gewagt sein. Und wenn man dann noch verlauten lässt, dass nur die kommen dürfen, die sich selbst angemeldet haben, weiss man eigentlich nicht, ob die Gäste überhaupt zusammenpassen. Da es sich in den meisten Fällen allerdings um Stammleser handelt, ist das Risiko nicht allzu gross.

Das erste Event dieser Art, das Casa Bellpierre – Grand Opening war ein voller Erfolg und Olli denkt an eine Fortsetzung. Er hofft, dass sich nicht nur Menschen aus seinem Dunstkreis anmelden, sondern dass vielleicht auch ein Fremdling an seinem Tisch Platz nimmt, den er noch nicht kennt.

Also liebe Leser, schaut doch mal rein bei Ollitalk und informiert euch über die Teilnahmebedingungen.

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