Wieder im Dienst
Notiert von Hans-Georg am 27. Dezember 2011Nach acht Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit war heute mein 1. Arbeitstag. Der Termin war – eher zufällig – gut gewählt. Erstens hat diese Woche nur 4 Arbeitstage und zweitens war recht wenig los – also ein guter Einstieg. Die von meinem Arzt und von der begleitenden Ärztin der Reha angebotene Möglichkeit, einer Wiedereingliederung, die ich dankend abglehent hatte, ist also auch nicht notwendig.
Rumgammeln
Notiert von Hans-Georg am 23. Juni 2011Und das am Schreibtisch! Warum? Weil hier im Norden kein Feiertag ist. Und durch den Feiertag in anderen Bundesändern und teilweise im Ausland liegt der Handel, der die Schifffahrtstätigkeit beeinflusst, weitgehend brach. Immerhin befindet sich ein Grossteil der Deutschen Industrie in den Bereichen, wo heute der Happy Kadaverday gefeiert wird, d.h. Rohstoffeinkäufe aus dem Ausland, die einen grossen Teil der Schifffahrtskativitäten ausmachen, werden heute nicht getätigt – und morgen wahrscheinlich auch nicht weil dann ja gebrückt wird.
Das, was wir heute gemacht haben, hätten wir auch leicht und locker von zu Hause machen können. Ich hasse diese Tage!
Dazu kommt, dass der Welthandel eh ziemlich flau ist und die Schifffahrt dadurch sowieso ziemlich am Boden liegt. Heute kommen also zwei Faktoren zusammen, die uns hier rumgammeln lassen.
Pfingstmontag ...
Notiert von Hans-Georg am 13. Juni 2011… – so ein Tag, an dem es zwar nett ist, zu Hause sein zu können, aber so richtig frei habe ich nicht, ist doch dieser Tag nicht überall in Europa ein Feiertag. D.h., dass ich mich ab und zu in den Firmenrechner einlogge und nachschaue, ob mein Eingreifen notwendig ist und mein Handy durch die Wohnung schleppe damit ich keinen Anruf verpasse. Also so richtig entspannen kann ich an solchen Tagen nicht.
Nochmal
Notiert von Hans-Georg am 23. Mai 2011
Heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag nach drei Wochen Abwesenheit wegen Krankheit. Meine Kolleginnen und Kollegen mögen auch gern Kuchen. Als kleinen Ausgleich für meine Abwesenheit habe ich gestern nochmal Brownies gebacken.
Auf diesem Foto sind 370 Gramm Schokolade und 370 g Butter zu sehen, die im Wasserbad zu einer homogenen Masse zusammengerührt wurden. Allein vom Anschauen des Fotos nimmt man schon Kalorien auf.
Meine Kolleginnen und Kollegen waren begeistert von meinen Backkünsten. Ein Drittel Inhalt der Backform wurde heute schon verspeist!
Ostern im Sommer
Notiert von Hans-Georg am 26. April 2011Vorbei sind sie, die vier freien Tage. Wobei ich in meinem Job ja nie so hundertprozentig richtig frei habe. Da Karfreitag nicht in allen europäischen Ländern frei ist, ebenso wie der Ostermontag, habe ich mich mehrmals in den Firmenrechner einloggen müssen um zu kontrollieren, ob auch alles wie geplant abläuft. Es ist in meinem Job halt nicht möglich, die Arbeit immer ganz auszublenden. Aber ich will mich nicht beklagen solange ich von zu Hause arbeiten kann.
Vier freie Tage und das bei dem Wetter. Es war wie Sommer. Und wir haben die Tage genossen. Tagsüber haben wir viel auf der Terrasse sitzen können. Leider war der Ostwind abends dann zu frisch, um länger draussen sein zu können. Es ist eben doch noch kein Sommer. Egal – es war eine schöne Zeit.
Jetzt zwei Tage arbeiten, dann habe ich schon wieder vier Tage frei. Am Donnerstag fahren wir mit unseren Müttern hierhin, die Weihnachtsgeschenke einlösen.
Kommunikation
Notiert von Hans-Georg am 19. April 2011Nachrichtenaustausch mit einer anderen Firma, mit der wir sehr selten arbeiten:
Die: “Bitte Frachtrechung schicken. – MFG”
Wir: “Kommt gleich!”
Die: “Hi, DKS. – MFG”
Ich liebe sowas.
Ausnahmezustand II
Notiert von Hans-Georg am 15. Januar 2011Heute Mittag, im Restaurant, gerade wurde mein Karpfen zum ersten Mal gereicht – ein Anruf auf meinem Handy. Ich erkannte sofort, dass der Anruf von dem Schiff kam, dass sich zurzeit im Hafen von Sousse in Tunesien aufhält.
Der Kapitän berichtete, dass er vom Hafenmeister aufgefordert wurde, den Hafen zu verlassen und auf Reede zu Ankern. Weiter erzählte der Kapitän, er hätte Gewehrschüsse gehört und könne Rauchwolken sehen.
Ich loggte mich eben in den Firmenrechner ein. Dort fand ich eine Meldung, dass das Schiff den Hafen von Sousse verlassen hat und jetzt auf Reede wartet.
Ausnahmezustand
Notiert von Hans-Georg am 14. Januar 2011In Tunesien ist der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Der Präsident ist geflüchtet, der Luftraum von Tunesien wurde gesperrt, es gibt eine Ausganssperre. Und wir haben ein Schiff in der Hafenstadt Sousse. Wir hoffen, dass das Schiff dort ohne Probleme die Ladung löschen und dann möglichst schnell den Hafen verlassen kann.
Kleine Weihnachtsfeier
Notiert von Hans-Georg am 17. Dezember 2010
Gestern war unsere kleine Weihnachtsfeier. Erst gab es einen Imbiss in einem kleinen Restaurant. Und danach ging es auf den Weihnachtsmarkt. Und heute morgen hatte ich etwas Kopfweh. Damit war ich aber nicht allein.
Eigentlich gehe ich ja nicht gern auf Weihnachtsmärkte. Gestern im Schneetreiben war es aber irgendwie schön.

Das vollgeschneite Fahrrad stand an der Kleinen Alster
Blinder Passagier
Notiert von Hans-Georg am 14. Dezember 2010
Anfang Dezember landete auf einem unserer Schiffe diese Schildkröte. Das Schiff befand sich vor der spanischen Südküste und fuhr in Richtung Gibraltar. Das Tier kam natürlich nicht einfach so an Bord gekrabbelt sondern wurde mit einer Welle an Deck gespült. Zwei Besatzungsmitglieder sorgten dafür, dass die Schildkröte wieder ihrem Element übergeben wurde. Sie meinten, sie hätte wohl ein Gewicht von ca. 40 kg gehabt. Der Kapitän ist der Meinung, dass das Gewicht der Schildkröte in kurzer Zeit auf 50 kg, wenn nicht sogar 60 kg steigen würde – Seemannsgarn eben.
