Eine runde Sache
Notiert von Hans-Georg am 31. Januar 2010Geld, welches einem in die Finger bzw. aufs Konto gerät, kann man entweder einfach so ausgeben, z.B. für einen neuen Wagen oder für Reisen. Man kann es auch anlegen, was zurzeit eher nicht so gewinnbringend ist. Man kann auch was dafür kaufen, was eine Wertanlage ist und wofür man sogar neues Geld bekommt. Und das haben wir gemacht, zumindest mit einem Teil des mir zustehenden Verkaufserlöses aus unserem Familienhaus in Lübec, der hoffentlich in der kommenden Woche auf meinem Konto landet. Wir haben eine Wohnung gekauft, die vermietet werden soll. Eigentlich habe ich sie gekauft weil der Verkaufserlös rein rechtlich gesehen mir zusteht. Da aber meine Mutter involviert ist (hierauf näher einzugehen würde diesen Rahmen sprengen), gehört die Wohnung moralisch ihr.
Der Kaufvertrag wurde am Freitag Mittag in der kleinen verschneiten Stadt an der Elbe unterschrieben. Meine Mutter war dabei weil sie und ich anschliessend einen notariellen Vertrag schliessen mussten bzw. weil ich das gerne wollte. Alles in einem Abwasch sozusagen.
Am Rande sei erwähnt, dass ich Mutter Freitag vormittag vom Hamburger Hauptbahnhof abgeholt habe. Ein Schneeproblem gab es nicht. Die Autobahn nach Hamburg war gut befahrbar. Auch in Hamburg und hier in Geesthacht gab es keine Probleme.
Meine Mutter hatte kürzlich erwähnt, dass sie noch nie in der Hamburgischen Staatsoper gewesen ist. Spontan hatte ich die Idee, ob wir anlässlich des Notartermins einen Opernbesuch machen sollten. Ein Blick in den Spielplan ergab, dass an diesem Abend die Oper Madama Butterfly gegeben werden würde, eine Oper, die wir im letzten Jahr in einer überaus schönen Inszenierung im Lübecker Stadttheater gesehen hatten.
Bereits Freitag Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hamburg. Unsere Mägen mussten vor der Aufführung gefüllt werden sollte nicht ihr Knurren die leisen Töne der Musik übertönen. Zusammen mit Bernds Mutter waren wir im Restaurant Franziskaner ganz in der Nähe der Staatsoper. Alte Damen sind nämlich nicht mehr so gut zu Fuss.
Die Erfahrungen mit dem Franziskaner waren eher zwiespältig. Das Essen war nicht optimal, jedenfalls die Gemüsebeilagen. Sie kamen ganz eindeutig aus der Tiefkühltruhe. So war z.B. mein Rosenkohl von einer merkwürdigen Konsistenz und geschmacklich ein Reinfall. Mutters Blumenkohl war zu hart. Aber ansonsten hat’s geschmeckt. Für ein gemütliches Essen zu viert ist das Restaurant auch nicht geeignet. Es ist zu eng und zu laut. Na ja, es ist ja auch sehr rustikal dort.
Die Opernaufführung wurde getragen von der Hauptdarstellerin, der farbigen Sopranistin Latonia Moore. Figürlich ist sie zwar eher einer Wagnersängerin zuzuordnen. Aber das wurde wettgemacht durch ihre phantastische Stimme und ihre Spielfreude. Sogesehen eine Augen- und Ohrenweide. Ihr ebenbürtig agierte auf der Bühne der Rumäne George Petean in der Rolle des Konsul. Der eigentliche Gegenpart von Cio-Cio-San, der sie zum eigenenen Vergnügen und nur so zum Spass heiratende B.F. Pinkerton, gesungen vom Italiener Massimilano Pisapia, passte zwar figürlich zu Latonia Moore, aber gesanglich konnte er ihr nicht das Wasser reichen. Vielleicht war er an diesem Abend nicht so gut drauf.
Am Ende des 2. Aktes beginnt sich das Drama um Madama Butterfly zuzuspitzen. Sehnsüchtigt wartet sie mit ihrer Dienerin und ihem Sohn, der von Pinkerton gezeugt worden war, auf die Ankunft ihres vermeintlichen Mannes, der inzwischen in Amerika eine andere Frau ehelichte. Zu den Klängen des Summchores bricht die Nacht über die drei wartenden Personen herein – und bei mir rollten die Tränen.
Am Ende jubelnder Applaus für Latonia Moore. Ein dramaturgisch sehr sehr schöner Opernabend war zu Ende. Es war die 269. Vorstellung einer Inszenierung aus dem Jahr 1963.
Gestern, am Samstag stand wieder Kultur auf dem Programm. Unsere Mütter hatten zu Weihnachten ja von uns Karten für die Nachmittagsvorstellung von “Best of Musical Gala 2010” bekommen, ein Weihnachtsgeschenk, dass wir bereits Mitte Januar vergangenen Jahres gekauft hatten. Nur das Beste ist gut genug für unsere Mütter. Unsere Plätze hatten wir in der 6. Reihe genau in der Mitte der grossen Bühne.
Im ersten Teil gab es jeweils kurze Ausschnitte aus Musicals, die Stage Holding derzeit nicht im Programm in Deutschland hat. Im zweiten Teil wurden dann die aktuellen Renner gebracht: König der Löwen, Wicked – die Hexen von Oz (unser derzeitiger Favorit), Der Schuh des Manitou, Tarzan und andere. Am Ende gab es einen kleinen Ausblick auf das im Herbst startende Musical Sister Act.
Aufgetreten sind die wohl zurzeit bekantesten Musicalstars in Deutschland: Pia Douwes, Patrick Stanke, Elisabeth Hübert, Anton Zetterholm und Frank Seibert. Patrick Stanke spielte beim glücklosen Musical Titanic den Heizer. Frank Seibert haben wir in Berlin als Ranger im Der Schuh des Manitou auf der Bühne erlebt.
Pia Douwes kann man ohne weiteres als Grand Dame des Musicals bezeichnen. Mit ihrem Alter von 46 Jahren ist sie nicht mehr die jüngste unter den Musicaldarstellern. Aber was hat die Frau für eine Ausstrahlung! Das erlangt man wohl erst in reiferen Lebensjahren. Und tanzen kann sie – das hätte ich nie gedacht. Die Frau ist Spitze!
Auch an diesem Abend gab es bei Bernd und mir feuchte Augen und mehrmals lief uns die Gänsehaut über den Rücken. Ein toller Abend, der auch unseren Müttern gefiel.
Am Hauptbahnhof in Hamburg verabschiedeten wir unsere Mütter. Zwei runde und schöne Tage fanden ihr Ende.
Glanzvoller Ausklang
Notiert von Hans-Georg am 27. Dezember 2009Nun ist alles wieder vorbei, auch der Schnee ist nun Schnee von gestern und fast weg. Vereinzelt liegen noch ein paar schmutzig graue Flecken. Ich hoffe, dass war’s dann für diesen Winter. Ich befürchte allerdings, dass das erst der Anfang war.
Gestern sollte eigentlich ein weiteres kleines Familientreffen bei meiner Mutter in Lübeck stattfinden. Wir wollten dort Oliver mit seiner süssen Frau Sabrina treffen. Leider nahm des nachts ein böser Magenvirus von Oliver Besitz. So war es dann besser, diesen auszukurieren. Bernd und ich assen dann mit Meiner Mutter von der grossen Schüssel Kartoffelsalat, den sie morgens zubereitet hatte. Dazu gab es Würstchen. Später tischte Mutter noch eine Kirschtorte auf. Ein Stück mit Sahne und ein wenig Gebäck – dann ging tatsächlich nichts mehr.
Am Abend setzte dann endlich die totale Entspannung ein, als Bernd und ich uns auf den mittleren Plätzen in Reihe 11 der Hamburgischen Staatsoper niederliessen. Nachdem das Licht im Zuschauerraum erloschen war, erklang das Entrée zum Ballett “Der Nussknacker” vom Peter Iljitsch Tschaikowsky, die 248. Aufführung einer Inszenierung von John Neumeier aus dem Jahr 1974.
Als der Vorhang aufging, blickten wir auf ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild. Die Tänzer und Tänzerinnen trugen die dazu passenden Kostüme. Alles deutete daraufhin, dass es eine schöne Inszenierung werden würde. Und so war es auch. Gänsehaut, verursacht durch schöne Musik, ist bei mir ja nichts ungewöhnliches. Aber eine Gänsehaut hervorgerufen durch ausdrucksstarken Spitzentanz einer Ballerina hatte ich bis gestern Abend noch nie. Mit einer Leichtigkeit schwebte diese Dame über die Bühne – es war unglaublich. Aber ausnahmslos alle Tänzerinnen und Tänzer boten eine hervorragende Leistung. Das Glas Sekt, das wir uns für die Pause bestellt hatten, war diesem Abend angemessen.
Das Bühnenbild des 2. Aktes war dann noch wesentlich stimmungsvoller. 4 Kronenleuchter hingen von der Decke eines üppig gestalteten Saales. Darin wurden uns die diversen Stücke dieses Ballets präsentiert, angefangen mit dem Blumenwalzer und endent mit den Grand Pas de deux. Der Solist des Abends, Carsten Jung hatte währen all seiner Auftritte ein Lächeln auf den Lippen, so als sei Balletttanz ein Spaziergang und nicht Leistung in höchster Anspannung und Konzentrations. Ich kann nur sagen: Bravo! Wie übrigens zu der gesamten Inszenierung. Dieser Abend war ein wahrlich glanzvoller Schlusspunkt des Weihnachtfestes.
Eine kleine Bemerkung am Rande:
Olli ist gar nicht im Weihnachtsurlaub. Er steht – nein, er tanzt – in diesem Ballett. Oder er hat einen Doppelgänger.
3D-Kino
Notiert von Hans-Georg am 19. Dezember 2009Avatar – ein Film, der angekündigt wurde als ganz was neues, ganz spektakuläres. Ich sage einfach nur: Hübsch anzusehen.
So spektakulär fand ich das ganze nicht. Gut, einen Film in 3D anzusehen, ist relativ neu, aber so neu auch nicht. Den einen oder anderen 3D-Film habe ich schon gesehen. Und die waren auch nicht schlechter als Avatar. Die Qualität ist nicht perfekt, gibt es hin und wieder doch einige Unschärfen.
Ein “Wow-Erlebnis” war das nicht für mich. Vielleicht habe ich zuviel erwartet. Aber wie gesagt: Hübsch anzusehen. Woran der Hauptdarsteller Sam Worthington einen nicht unerheblichen Anteil hat.
Keine neuen Minarette
Notiert von Hans-Georg am 29. November 2009Die Schweizer haben die Möglichkeit, per Volksabstimmung zu entscheiden, eine Sache, die ich mir in Deutschland auch manchmal wünsche. Heute sollen die Scheizer darüber abstimmen, ob zukünftig der Bau von weiteren Minaretten erlaubt werden soll. So wie es zurzeit aussieht, wird dies wohl abgelehnt.eiz ob dieses zu erwartenden Entscheids im Ausland beschädigt werden könnt
Die Schweizer Regierung befürchtet, dass das Ansehen der Schweiz. Liebe Schweizer, ihr habt mein vollstes Verständnis wenn ihr weitere Minarette nicht haben wollt. Wer seinen Gebetsteppich ausrollen möchte, kann das auch ohne Minarett machen. Ein Minarett, wie eine Moschee überhaupt, ist nicht Teil des europäischen Glaubens. Wer unbedingt ein Minarett braucht, soll dieses in seiner Heimat suchen.
Finale - all inclusive
Notiert von Hans-Georg am 24. November 2009Gestern Abend fand im Operettenhaus Hamburg das Finale Jugend Kulturell Förderpreis 2009 “Musical” statt. Jugend Kulturell wurde vor fast 30 Jahren von unserer Bank ins Leben gerufen. Zum Vorentscheid in Hamburg waren wir ja schon eingeladen worden. Und gestern durften wir dem Finale beiwohnen.
Mein Favorit aus dem Vorentscheid hat es leider nicht geschafft, einen der drei Finalpreise zu gewinnen. Es lag vermutlich nicht daran, dass er schlechter war als die anderen Teilnehmer. Bereits während seines Auftritts wurde mir klar, dass seine Darbietung beim Vorentscheid viel viel besser war. Irgendwas lief nicht rund. Und so war es nicht verwunderlich, dass Tobias Bieri gestern leer ausging. Es war wohl nicht sein Tag obwohl es sein Geburtstag war. Gestern Abend reichte es nicht mal für meine Stimme für den Publikumspreis.
Diesen hat Katharina Eirich gewonnen, die mit “Stroganoff” aus “Es ist angerichet” das Publikum begeisterte.
Den Preis der Jury, also den ersten Preis, erhielt der 26-jähige David Jacobs. Er beeindruckte mit seiner facettenreichen Stimme und seiner grossartigen Fähigkeit, Musik in Bewegung umzusetzen. Er hat auch meine Stimme für den Publikumspreis bekommen
Der Abend bot überraschend grossartige Leistungen der Nachwuchskünstler. Einzig Lisa Huk konnte uns nicht begeistern. Sie hat zwar eine schöne Stimme, aber sie kann nicht tanzen und ihre Sprache wirkt aufgesetzt und gestelzt. Warum sie eine Wildcard für das Finale bekommen hat, erschliesst sich uns nicht. Es gab bessere Teilnehmer als sie Vorentscheid in Hamburg.
Die Bank hatte keine Mühen und Kosten gescheut, ihre Kunden zu verwöhnen. An der Garderobe wurde keine Gebühr verlangt und an der Bar waren die Getränke und Brezel frei, sozusagen ein Abend “all inclusive”. Nun ja, klar ist, dass die Bank an ihren Kunden verdient. Wenn sie ein Teil des Geldes in die kulturelle Förderung junger Menschen steckt und ihre Kunden daran teilhaben lässt, dann ist das in Ordnung. Jedenfalls ist das besser, als mit Kundengeldern fragwürdige Geschäfte zu machen.
Einen Schnitzer leistete sich der Vertreter der HypoVereinsbank, Sprecher des Vorstands Dr. Theodor Weimer, bei seiner Rede. Er zitierte eine negative Bemerkung von Charles Aznavour zum Thema Musical. Er gab Charles Aznavour den Beinamen “Monsieur 100.000-Volt”. Chansons gehören zwar nicht zu meinem bevorzugtem Musikstil, aber ich weiss, dass es Gilbert Becaud war, den man auch Monsieur 100.000-Volt nannte.
Im Rahmenprogramm trat Roberta Valentini auf. Sie war die Gewinnerin beim Jugend Kulturell Förderpreis der Sparte Musical im Jahr 2005. Heute steht Roberta Valentini als Elphaba (eine der Hauprollen) im Musical “Wicked – die Hexen von Oz” auf der Bühne des Palladium Theaters in Stuttgart, was zeigt, dass der Förderpreis der HypoVereinsbank nicht einfach irgendwo versickert.
Power aus Australien
Notiert von Hans-Georg am 18. Oktober 2009
Statt Tanzbären haben wir uns gestern Abend tanzende Tenöre angeschaut, und derer gleich 10 Stück – und zum Anfassen nah. Die Ten Tenors aus Australien gastieren zurzeit in Hamburg im Zelt der fliegenden Bauten, nach vielen Jahren mal wieder. Zwischenzeitlich sind sie unter anderem im Deutschen Schauspielhaus aufgetreten.
Die Jungs, deren personelle Zusammensetzung im Lauf der Jahre ständig verändert hat, haben wir bereits 2001 im Zelt der fliegenden Bauten sehen und hören können und waren damals spontan begeistert von deren spritziger Aufführung. Im März ein Jahr später hatten wir ein zweites Mal das Vergnügen, der Truppe zusehen und -hören zu können. Das dritte Mal haben wir sie Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gesehen, ein Abend der uns in unguter Erinnung geblieben ist, was aber nicht den Tenören liegt sondern am Unfall, den Bernd danach hatte.
Die Ten Tenörs im relativ kleinen, fast intimen, Rahmen des Zelt der fliegenden Bauten zuzusehen, ist ein deutlicher Vorteil gegenüber eines Theaters oder einer Konzerthalle. Die Bühne ist fast zum greifen nah und die nähe zum Publikum hat auch deutlichen Einfluss auf das Spielgeschehen auf der Bühne. Die Jungs verteilen sich auch im Publikum und singen aus den Gängen, flirten und machen ihre Spässe.
Wer ein klassisches Konzert erwartet wenn er zu den Ten Tenors geht, ist fehl am Platz. Es werden zwar auch Opernarien und Duette gesungen, gespickt mit tänzerischen Einlagen und kleinen Spässen. Aber auch viele Stücke aus der Popmusik kommen zu Gehör. Ausserdem wird ein kleiner Einblick in die Australische Folklore geboten. Verbunden wird die Show durch humorvollen Moderationen, zum Teil auch in Deutscher Sprache, doch überwiegend in Englisch.
Der Abend endete mit der dritten Zugabe “Nessun Dorma” aus der Oper Turandot. Standing ovations waren der Lohn für eine tolle Aufführung.
Das geht jetzt zuweit
Notiert von Hans-Georg am 4. Oktober 2009In Berlin wurde durch ein Gerichtsurteil einem 16-jährigen muslimischen Schüler ein eigener Gebetsraum zugestanden – während in Bayern die Kruzifixe aus den Klassenzimmern entfernt werden mussten!
Der Düsseldorfer Drosteverlag hat einen Krimi zurückgezogen, in dem es um einen Ehrenmord geht – aus Angst vor den Islamisten. Durch eine Textpassage könnten sich die Islamisten auf den Schlips getreten fühlen – falls sie denn einen Tragen. Die Autorin weigerte sich, den Text zu ändern.
In Hamburg ist es besser, wenn Schwule bestimme Strassen meiden.
Leute, wir leben in Deutschland. Und wer hier beten will, kann das überall tun wo es ihm passt. Er muss dafür nicht einen eigenen Raum einfordern. Er kann ja auch zum beten in sein Heimatland fahren und am besten gleich dortbleiben.
Uns Deutschen Einwohnern – ob schwul oder nicht – muss es möglich sein, dass wir uns überall auf unserem eigenen Terrain ungefährdet aufhalten können.
Einem Autor muss das freie Wort gestattet sein und wir haben das Recht, das zu lesen, was wir wollen.
Wir müssen und wir wollen uns nicht von Islamisten vorschreiben lassen, was wir in unsrem eigenen Land tun wollen bzw. lassen müssen. Das geht eindeutig zu weit!
Liebesgeschichte im Dschungel
Notiert von Hans-Georg am 4. Oktober 2009
Tarzan – das Musical, auf dessen Besuch wir monatelang gespannt gewartet hatten. Gestern Nachmittag war es endlich soweit. Zusammen mit unseren Müttern, für die es ein Geburtstagsgeschenk war, und Sabrina und Oliver wollten wir uns die Vorstellung anschauen. Und wie war’s?
Nun ja, es ist ein Ausstattungstück. Viele tolle und überraschende Effekte, zum Teil mit Hilfe von Personen, die in Blumen und Tieren stecken. Eine Parallele zum König der Löwen ist hier durchaus angebracht. Nur dass ich bei Tarzan das Gefühl hatte, dass es schöner gemacht ist.
Kurz vor der Pause wurde es romantisch. Schmetterlinge schwebten über die Köpfe der Zuschauer hinweg zur Bühne, auf der aus Knospen bunte Blumen sprossen und gen Himmel wuchsen. Wie schon erwähnt, es ist ein Ausstattungstück, denn die Handlung ist eher seicht, ja, manchmal in den Dialogen sogar mit einem Hang zum Weihnachtsmärchen. Es sollte vielleicht zum Teil komisch sein, veranlasste aber niemanden zum Lachen. Wenn es Spannung aufbauen sollte, was der Handlung manchmal entsprechen würde, klang es eher albern.
In der Pause kam es zu einem ersten Gedankenaustausch zwischen uns. Als das Licht anging nickten uns Oliver und ich zustimmend zu während Bernd meinte, dass es ihm nicht gefallen hatte.
Ganz ohne Frage ist die darstellerische Leistung der Hauptakteure und des Ensembles beachtenswert. An einem Seil über Kopf hängend und dabei auch noch singen zu können mit einer tollen Stimme – toll. Es gibt viel Aktion durch die durch den Zuschauerraum und über die Bühne schwebenden Affen, dazu die peppige Musik von Phil Collins. Aber es gibt auch Szenen, die ruhig und nachdenklich sind.
Viel Tiefgang darf man nicht erwarten, wenn man dieses Musical besucht. Aber es ist eine runde Sache und durchaus sehens- und hörenswert – wenn sich auch bei mir der “Woweffekt” nicht einstellte.
Tobias Bieri
Notiert von Hans-Georg am 23. September 2009
Jung, frisch und sympathisch – so kann man, aus meiner Sicht, den Gewinner des Vorentscheids in Hamburg von Jugend Kulturell bezeichnen. Ich weiss zwar nicht viel über Tobias Bieri, aber allein die Tatsache, dass er sich mit einem netten Kommentar zu diesem Bericht bedankt hat zeigt, dass er ein netter Kerl ist, der sich bislang seine Natürlichkeit bewahrt hat. Ich hoffe, dass es so bleibt, egal wie hoch er die Karriereleiter auf den berühmten Brettern, die die Welt bedeuten, hinauffällt.
Da ich gern noch etwas über den jungen Mann schreiben wollte, hatte ich ihn gebeten, mir ein Bild von ihm zu schicken, mit dem ich mein Posting ein wenig aufpeppen wollte. Die Fotos, die auf der Seite der Veranstaltung zu sehen sind, unterliegen wahrscheinlich einem Copyright. Deshalb wollte ich mich da lieber nicht bedienen. Es hat zwar ein paar Tage gedauert bis ich eine Antwort bekam, aber heute erhielt ich eine Mail von ihm mit dem obigen Foto. Tobias schreibt, dass er sich zurzeit in New York aufhält um sich ein paar Muscials am Broadway anzuschauen. Unter anderem schreibt er “Toll was die hier so machen, da koennen wir in Deutschland leider nicht mithalten.” Ja, das glaube ich gern. Während unseres Aufenthaltes in London haben wir uns ja dort 2 Musicals angeschaut. Aber Musical in New York, das ist auch unser Traum.
Tobias hat bereits Bühnenerfahrung. Er hat in der Neuköllner Oper in Berlin in dem Musical “Leben ohne Chris” auf der Bühne gestanden sowie als Geissenpeter in “Heidi – das Mucial, Teil 2”. Ein Stück aus diesem Musical war Teil seiner Darbietungen, die ihn beim Vorentscheid in den Hamburger Kammerspielen zum 1. Platz geführt haben.
Tobias Bieri – ein Star von Morgen auf der Musicalbühne? Ich bin zwar kein Fachmann auf dem Gebiet, aber soviel habe ich gesehen: Er ist talentiert.
Jugend Kulturell
Notiert von Hans-Georg am 15. September 2009Unsere Bank hatte eingeladen, am gestrigen Abend dem Hamburger Vorentscheid zum Projekt Jugend Kulturell – Musical beizuwohnen. Die Veranstaltung fand in den Hamburger Kammerspielen statt, ein kleines Theater im noblen Stadtteil Rotherbaum. Jugend Kulturell wird von der Hypovereinsbank bereits seit 1981 veranstaltet.
Aus 170 Bewerbern wurden 20 Junge Menschen ausgesucht von denen sich jeweils 5 in 4 Deutschen Städten (Hamburg, München, Essen und Berlin) einer Jury stellen müssen um am 23. November ins Finale ins Hamburger Operettenhaus zu kommen.
Natürlich wurde auf der Bühne live gesungen. Begleitet wurden die 2 Jungs und 3 Mädels von einer Pianistin bzw. einem Pianist auf einem Flügel. Das heisst, dass die gesangliche Darbietung in den Vordergrund gestellt wird. Jeder kleiner Fehler ist da natürlich sofort zu erkennen. Der Sieger des jeweiligen Abends bekommt ein Preisgeld von 600 Euro und tritt am 23. November im Operettenhaus auf. Die Zuschauer im Parkett waren aufgefordert, per Stimmzettel einen der Bewerber für einen Publikumspreis auswählen, der mit 400 Euro dotiert ist.
Als Sieger des gestrigen Abends ging wohlverdient der 24-jähre Tobias Bieri hervor. Ich hatte ihn auch für den Publikumspreis ausgewählt, aber der ging an Lisa Huk aus Hamburg – Lokalvorteil eben, was ich nicht ganz gerecht finde.
Tobias Bieri hat eine voluminöse, facettenreiche Stimme und eine starke Ausdruckskraft. Ich bin sicher, er wird uns irgendwann in einem Musical begegnen.
