Die Goldene Kamera
Notiert von Hans-Georg am 5. Februar 2012Am Samstagabend wurde in Berlin die Goldene Kamera verliehen. Preisverleihungen dieser Art, wie z.B. die Bambiverleihung, sind bei uns im Land eher dröge, lahme uns ssssteife Veranstaltungen – verglichen mit denen in Amerika. Wer einmal die Oscarverleihung gesehen hat, weiss, wie ich das meine.
Der Abend wurde moderiert von Hape Kerkeling. Nun könnte man meinen, das allein sei schon ein Garant, dass es lustig wird. Allerdings übte er sich in vornehmer Zurückhaltung, nämlich er moderierte ohne Übertreibungen. Und doch war es angenehm unterhaltsam.
Über der Veranstaltung lag ein Hauch von Glamour:
Denzel Washington, Morgan Freeman und Scarlett Johansson gehören zu den diesjährigen Preisträgern und waren dem Ruf nach Berlin gefolgt. Ebenso wie Dionne Warwick. Die kurze filmische Zusammenfassung ihrer gesungenen Titel zeigte, dass es sich um eine wahre Grösse handelt. Ihr Liveauftritt mit dem Titel “That what friends are for” offenbarte allerdings, dass ihre Stimme den Zenit überschritten hat. Trotzdem sang sie den Titel so diffizil, so zart, so anrührend, dass ich eine Gänsehaut bekam. Wahre Grösse eben. Die Auszeichnung erhielt Dionne Warwick mit recht für die Kategorie “Musik Lebenswerk”. Sie hat es verdient.
Erfreut war ich, dass Caro Emerald zu den Preisträgerinnen gehört. Sie wurde in Deutschland mit dem Titel “A night like this” bekannt, ein Stück, welches ich immer wieder gern höre. Zusammen mit ihrer Band trat sie damit dann auch auf. Caro Emerald wurde mit der Goldenen Kamera in der Kategorie “Beste Musik International” geehrt.
Informationen und Bilder gibt es auf der Homepage.
Lippen
Notiert von Hans-Georg am 29. Januar 2012Nicht weit entfernt von der kleinen Stadt an der Elbe, auf der anderen Seite, in der kleinen Stadt Lüchow in Niedersachsen, wird demnächst das einzige Stonesmuseum der Welt eröffnet. Irgendwie ist es krass, in einer kleinen Stadt, die auf der Welt kaum benkannt ist, wird es ein Museum geben über eine Band, die weltbekannt ist. Soweit so gut!
Doch in der kleinen Stadt Lüchow gibt es Ärger, nämlich um die Urinale. Die beiden Stehpinkelbecken sind nämlich einem Mund mit dicken roten Lippen nachgebildet. Kunst eben. Die Gleichstellungsbeauftrage von Lüchow meint, die Dinger müssten weg, die seien frauenfeindlich. Kann etwas überhaupt frauenfeindlich sein, was von einer Frau kreirt worden ist?
Wer aber sagt, dass es sich tatsächlich um Frauenmünder handelt? Die Lippen von Mick Jagger sind doch auch nicht ohne. Und seinen Mund kann er auch ganz schön weit aufreissen. Also passen die Pinkelbecken doch ins Museum! Wozu also die Aufregung?
Die Suche geht los
Notiert von Hans-Georg am 13. Januar 2012Gestern Abend war es wieder so weit: Ein Teilnehmer für den ESC, der in diesem Jahr in Baku stattfindet, wird gesucht. Zuerst werden an zwei Abenden von den Fernsehzuschern aus jeweils 10 BerweberInnen 5 ausgwählt, die weiterkommen.
Leider liest man in den Medien schon wieder sehr viel Negatives über diese Show. Ich verstehe nicht, warum der ESC und alles, was damit zusammenhängt, immer so niedergemacht wird. Es gibt viele junge Talente, die im Verborgenen schlummern. Was dann mal aus ihnen wird – nun, wir wissen alle: Es ist ein kommen und gehen.
Egal, die erste Show war interessant und spannend. Spannend deshalb, weil ein offenes Voting eingeführt wurde. Teilnehmer und Zuschauer können ständig sehen, welcher Kandidat gerade auf welchem Platz steht. Da hat sich Stefan Raab mal was einfallen lassen.
Mit den Top 5 der ersten Show sind wir einverstanden. Es kristallisierte sich ein Favorit heraus: Roman Lob, ein charmanter junger Mann. Wir werden sehen, ob er es am 3. Abend schafft, weiterzukommen. Sein gesetzter Platz war lange Zeit unangefochten war geriet erst in den letzten Minuten in Gefahr. Wir fieberten für Celine Huber und um ihren Platz unter den ersten 5. Beide haben es dann geschafft.
Wir schauen mal, was uns in der nächsten Woche an Nachwuchskünstlern präsentiert wird.
Gelungen
Notiert von Hans-Georg am 8. Januar 2012
Gestern war der Beginn unseres Kulturjahres 2012. Womit? Natürlich mit einem Musical, und zwar im Theater des Westens in Berlin. Da steht zurzeit das Musical Tanz der Vampire auf dem Programm. Den Auftakt unseres Kulturjahres kann mal wirklich als gelungen bezeichnen.
Das Musical ist uns ja von mehreren Aufführungen im Flora Theater Hamburg sehr gut bekannt. Im Sommer wird das Stück Deutschland vorerst verlassen, deshalb hatten wir uns entschlossen, es uns in Berlin nochmal anzuschauen.
Die Darsteller sind uns sämtlich unbekannt. Sie werden uns aber sicher bei der einen oder anderen Musicalaufführung mal wieder über den Weg laufen.
Sehr gut gefallen hat uns Dennis Jankowiak in der Rolle des Alfred. Er spielt die Rolle jugendlich-naiv und singt mit einer grossartigen Stimme. Drew Sarich in der Rolle des Grafen von Krolock hätten wir ein wenig mehr Biss, mehr Bösartigkeit, gewünscht. Das haben wir in Hamburg schon besser gesehen. Auch Marc Liebisch als schwuler Vampir und Sohn des Grafen von Krolock hätte seine Rolle noch etwas mehr ausspielen können.
Egal, die Aufführung hat gefallen, nicht nur uns. Als der letzte Ton verklungen war, sprang das Publikum spontan zu Standing Ovations auf – berechtigt – was sonst oft sehr zögerlich geschieht.
Das Theater des Westens ist mit seinem plüschigen Charme ein idealer Aufführungsort für das Musical Tanz der Vampire – eine bessere Bühne kann man sich dafür nicht wünschen.
ESC in Baku
Notiert von Hans-Georg am 11. Dezember 2011Das Fiebern geht wieder los, das Fiebern für den Eurovision Song Contest, der am 26. Mai nächsten Jahres in Baku/Aserbaidschan stattfindet.
Mitgefiebert hat Lys Assia aus der Schweiz. Sie war 1956, als der ESC noch Grand Prix hiess (und wie er heute noch allgemein genannt wird), die erste Gewinnerin dieser Veranstaltung. Mit 87 Jahren wollte sie gern nochmal teilnehmen. Aber Lys Assia hat es nicht geschafft. Für die Schweiz wird eine bisher unbekannte Band namens Sinplus an einem der beiden Halbfinale teilnehmen.
Boys
Notiert von Hans-Georg am 21. November 2011Eingeweihte wissen, dass ich nicht auf Boys stehe sondern eher auf etwas reifere Typen des männlichen Geschlechts, am besten noch mit Haaren im Gesicht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Trotzdem möchte ich meinen Leserinnen und Lesern nicht die Boygroup A-Peace vorenthalten, eine Gruppe von 21 (!) Jungs aus Südkorea (hatte ich schon mal erwähnt, dass ich auch nicht auf Asiaten stehe?). Egal, da sind ja einige wenige nette Jungs dabei.
Ihre Choreographie ist perfekt und der Sound lässt das Tanzbein ein wenig zucken.
Schwestern kostenlos
Notiert von Hans-Georg am 18. September 2011Wir haben schon viel Geld bei Stage-Entertainment gelassen, sehr viel Geld, besonders auch deshalb, weil wir nur immer Karten für die erste Preiskategorie gekauft haben. Allein in den letzten 2 Jahren waren etwa 10 x in einem der Musicaltheater. Nun hat sich Stage ein wenig revanchiert. Uns wurde ein kostenloser Musicalabend im Operettenhaus Hamburg mit einer Aufführung von Sister Act spendiert.
Wieso das?: Bernd und ich bekamen gleichzeitig einen Brief in dem uns angeboten wurde, bis Ende September eine Vorstellung für das Musical Sister Act zu buchen, die wir nicht bezahlen müssen. In den Briefen stand jeweils ein Passwort, welches wir bei der Kartenbestellung angeben mussten. Den Briefen beigefügt war ein Fragebogen über das Musical, den wir doch bitte ausgefüllt zurückschicken sollen.
Gestern Abend haben wir uns das Musical angeschaut (es war bereits das 3. Mal). Die Show war wieder toll und humorvoll. Dem Publikum war aufgrund des grosszügigen Szenenapplaus anzumerken, dass die Aufführung begeistert aufgenommen wurde.
Allerdings gibt es unserseits eine Negativanmerkung:
Seit ein paar Wochen spielt Doris Kunstmann die Rolle der Oberin – unser Meinung nach eine glatte Fehlbesetzung. Die Frau kann nämlich überhaupt nicht singen und trifft kaum einen Ton. Besonders krass und deutlich war dies in der Schlussszene im Duett mit der im Kloster versteckten Deloris. Mir kamen die Nackenhaare hoch. Da hat man wohl versucht, für die Show einen Namen einzukaufen. Wir können Stage-Entertainment nur raten, Frau Kunstmann schnellstmöglich aus der Show zu entfernen.
Loriot
Notiert von Hans-Georg am 23. August 2011Victor von Bülow alias Loriot ist gestern im Alter von 87 gestorben.
War er ein Komiker? In gewisser Weise schon, aber ganz und gar nicht zu vergleichen mit denen, die sich heute Komiker nennen und auf der Bühne derbe Witze reissen. Loriot war ein Humorist.
Victor von Bülow besass einen sehr feinen, subtilen Humor. Unvergessen sind seine Sketche, sei es gezeichnet (Das Früstücksei / Szenen einer Ehe) oder als kleine Filme, bei denen er an der Seite der unvergessenen Evelyn Hamann vor der Kamera stand (Die Nudel / Der Kosakenzipfel). Viele seiner Szenen sind, fein beobachtet, aus dem Leben gegriffen und ein wenig überspitzt dargestellt. Viele seiner Charaktere können wir fast täglich beobachten.
Seine kurzen pointierten Inhaltsangaben von Opern anlässlich der jährlich stattfindenen Aidsgala in der Deutschen Oper Berlin waren unnachahmlich.
Wer seine Werke nicht versteht oder wer damit nichts anfangen kann, hat keinen Sinn für Humor. Ich werde mich an ihn und seine Werke immer gern erinnern und kann mich darüber immer wieder köstlich amüsieren.
“Ach!” – “Warum sagen Sie ach?” – “Ich hätte auch aha” sagen können!”
Und jetzt werde ich auf die Terrasse gehen und “möchte einfach nur so da sitzen”!
Oh Alpenglühn!
Notiert von Hans-Georg am 5. August 2011Als ich gelesen hatte, dass dieses Stück im Schmitd Theater auf die Bühne gebracht werden soll, regte sich bei mir aufgrund der Kurzberschreibung erstes Interesse, es sich anzuschauen. Ich gebe zu, dass der eigentlich Magent eine der beiden Darsteller war, nämlich Carolin Fortenbacher, die wir in dem Musical Mamma Mia etliche Male als Donna auf der Bühne erleben durften. Sie ist ein grossartige Schauspielerin mit einer tollen Ausstrahlung. Für unseren ersten gaymeinsamen Urlaubstag organisierte ich 2 Karten. Und es stellte sich heraus, dass es kein Griff ins Klo war. Wir erlebten gestern Abend nämlich einen tollen Theaterabend.
Das Stück ist total auf Carolin Fortenbacher zugeschnitten, die teilweise sich selbst spielt, nämlich einen Musicalstar. Und so war es eigenlich ganz logisch, dass im ganzen Stück immer wieder kurz auf diverse Musicals eingangen wurde, oft auch nur so weit, dass dies nur für erfahrene Musicalbesucher sichtbar war.
Carolin Fortenbacher glänzte mit genialer Spielfreude, gespickt mit fast schon akrobatischen Tanzeinlagen, und natürlich mit ihrem Gesang, von dem ich schon arg überrascht war. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass sie sogar die Koloratur beherrst, die sie beim Singen des Frühlingsstimmenwalzers hervorragend einsetzte.
An ihrer Seite spielt Nik Breidenbach, der mir bis dato unbekannt war. Seine tolle Stimme in den Gesangseinlagen liess uns aufhorchen. Sein Schauspieltalent ist grossartig und tanzen kann er ebenso gut wie seine Partnerin auf der Bühne. Die im Stück geplante Interaktion mit dem Publikum wirkte nicht einstudiert sondern spontan. Allerdings geriet er ein wenig aus der Fassung als es einen Zwischenruf aus dem Publikum gab. Er rang mit sich auf der Bühne, nicht laut loslachen zu müssen. Beim Schlussapplaus ging er dann ganz spontan auf diese kleine Episode ein.
Im ersten Teil trieb es uns vor Lachen die Tränen in die Augen. Nach der Pause driftete das Stück in Richtung Klamotte ab, was aber durch die grossartige Leistung der beiden Darsteller aufgefangen wurde. Standig Ovations für Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach nach dem überraschenden Schluss des Stückes.
Wiederholungsgefahr eines weiteren Besuches dieses Stückes: Sehr sehr gross!
Hier der Link zur Seite mit der Stückbeschreibung des Theaters.
Rhytmisches Klatschen in der Oper?
Notiert von Hans-Georg am 10. Juli 2011
Mit dem Besuch des Opernlofts haben wir gestern Abend Neuland betreten. “CSI Opera” heisst die neue Produktion, die wie uns angschaut haben, dargeboten von zwei Sängerinnen (Sopran und Mezzosopran) in Polizeiuniform. Dazu trugen sie knallrote Pumps und die unerlässliche Pilotenformsonnenbrille. Musikalisch wurden die Damen vom Kriminalorchester (Klavier, Bass und Fagott bzw. Klarinette) begleitet. Die drei Herren trugen ebenfalls eine Polizeiuniform.
In etwa 90 Minuten Spielzeit wurden uns 4 Opern präsentiert: Rigoletto, Tosca, Don Giovanni und Carmen. Gespielt, gesprochen, gesungen und musiziert wurde auf einer kleinen Bühne ohne jedwede Kulisse oder Dekoration. Die benötigten Requisiten lagen scheinbar wahllos auf den Brettern, die die Welt bedeuten, verteilt, wobei die beiden Akteurinnen natürlich genau wussten, wo was liegt. Die Damen sangen auch die Arien, die sonst von Männern auf der Bühne dargeboten werden. Dazu hielten sie dann jeweils Schilder hoch, wie z.B. “Herzog”. Sie agieren auch mitten im und mit dem Puplikum, vor dessen Augen der Kreideumriss der totaufgefundenen Tosca zu sehen ist.
Im Hintergrund werden auf einer Vidoewand die, zu den in Originalsprache gesungenen Arien, deutschen Texte gezeigt. Dort werden auch begleitende kleine Videos gezeigt. Jede der 4 Opern wurde nur durch 3, maximal 4 Arien präsentiert und auf Art eines Kriminalfalles mit begleitetenden Worten erklärt.
Es war ein vergnüglicher Abend an dessen Ende das Publikum zu den Klängen des Torreromarsches aus der Oper Carmen in rhytmisches Klatschen verfiel. Die Zuschauer dankten den beiden hervorragenden Sängerinnen und dem Kriminalorchester mit langanhaltendem Beifall.
Wer ins Opernloft geht, darf keine ernsthaft dargebotene Oper erwarten. Das zeigt schon die Art des Werbeposters. Mit Sakko und Krawatte ist der Herr schon overdressed. Im Foyer stehen rotangemalte Bierzeltgarnituren und Sitzpolster, bei denen selbst ich schon Schwierigkeiten hätte, dort pünklich zum Beginn der Vorstellung wieder herauszukommen. Eine junge Frau im kurzen Rock hatte arge Probleme, diesen züchtig zurechtzuzupfen.

Da die Gefahr besteht, im Gebäude, in dem das Opernloft untergebracht ist, die Orientierung zu verlieren, gibt es im Eingangsbereich einen netten kleinen Hinweis.
Wiederholungsgefahr für einen weiteren Besuch im Opernloft ist durchaus vorhanden.
Für alle Interssierten:
Es lohnt sich übrigens, sich auf der Hompage des Opernlofts etwas ausführlicher umzuschauen. Allein das ist schon ein grosser Spass und regt euch vielleicht dazu an, einmal eine Vorstellung im Opernloft zu besuchen. Die schulterfreie Abendhose und den Smoking könnt ihr getrost im Kleiderschrank hängenlassen!
