Unverständlich

Notiert von Hans-Georg am 22. August 2010

Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass verpartnerteverheiratete Homesexuelle die Vorteile des höchsten Freibetrages bei Erbschaften in Anspruch nehmen können. Das ist wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Doch warum geht das immer alles nur häppchenweise?

Nach wie vor gibt es bei verheirateten Homosexuellen nicht die Möglichkeit des Ehegattensplittings im Steuerrecht. Wenn ich meinen Mann heiraten würde, wäre ich ihm gegenüber zwar unterhaltspflichtig, ich könnte aber keine steuerlichen Vorteile in Anspruch nehmen. Herr Schäuble sträubt sich mit dem Hinweis auf “… die Förderung der Ehe, insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern.”

Für meinen Mann eintreten darf ich bzw. muss ich – wie in einer Ehe “als typische Grundlage der Familie” – nur die Vorteile darf ich nicht kassieren. Herrjeh, wann kommen die in Berlin endlich mal in die Hufe und machen Nägel mit Köpfen!

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CSD 2010 in Hamburg

Notiert von Hans-Georg am 8. August 2010


In diesem Jahr wird der Christopher Street Day (CSD) in Hamburg zum 30. Malg begangen. Höhepunkt der Veranstaltung ist immer der Demonstrationszug am Samstagnachmittag durch die Strassen der Hamburger Innenstadt. Bisher wurde die Parade immer von den “Dykes on bikes” angeführt, ein Gruppe lesbischer Motorradfahrerinnen. Dieses Jahr führte eine Grupper junger schwuler und lesbischer PolizistenInnen die Parade an. Der schwule Heidekönig mit seinem Adjudanten war auch in diesem Jahr wieder dabei. Auferstanden aus seinem goldenen Sarg nahm Michael-I loveyou-Jackson an der Parade teil.


Interessant sind nicht nur die bunten auffälligen Teilnehmer an der Parade sondern auch die Reaktionen derer, die sich der Parade bereits angeschlossen haben und uns am Strassenrand entdeckten sowie die kleinen Dinge, die sich fast im Verborgenen abspielen und nur von den Umstehenden beobachtet werden können.


In diesem Jahr begleiteten wir die Parade zusammen mit Peter und Frank und ihren Freunden sowie mit unserem Gast Oliver. Leider kam ein Zusammentreffen mit den Hasen und den Sörnies nicht zustande. Trennende Menschenmassen und aufgrund von lauter Musik (der Tinitus quält mich noch heute) nicht gehörte Telefonanrufe verhinderten das Treffen. Das hinderte uns aber nicht daran, Spass zu haben. Allerdings hätten wir Oliver sehr gern als unseren Überraschungsgast präsentiert.

Wie bei Mopo online zu lesen ist, waren gestern 80.000 Menschen zusammengekommen, die an der Parade teilnahmen, 20.000 (!) mehr als im Jahr zuvor.


Wir liessen den Zug traditionell an der Langen Reihe an uns vorbeiziehen. Bereits dabei fiel uns auf, dass sich dem Zug viel mehr Menschen angeschlossen hatten als in den Vorjahren. Am Ende schlossen wir uns der Demonstration für eine Teilstrecke an, kürzten ein wenig ab und stiessen an der Mönckbergstrasse wieder zu den feiernden Lesben und Schwulen. Von dort aus gingen wir zum Strassenfest am Jungernstieg und Ballindamm.


Gegen 17.00 Uhr waren unsere Füsse müde, waren wir doch auch schon seit 10.30 Uhr auf den Beinen. Mit unserem Gast fuhren wir zurück nach Geesthacht und machten es uns erst auf der Terrasse unseres Lieblingsgriechen bequem und später dann bis spät in die Nacht auf der Terrasse vom Elbe-Penthouse.

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Bravo Argentina!

Notiert von Hans-Georg am 15. Juli 2010

Entgegen aller Proteste, besonders natürlich der katholischen Kirche, hat Argentinien als erstes Lateinamerikanisches Land die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert! Keine Frage, dass der Teufel seine Hand im Spiel hatte.

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Fetisch

Notiert von Hans-Georg am 21. Februar 2010

Erwischt in Nylonstrumpfhosen wäre für Bernd und mich ein Scheidungsgrund – gegenseitig. Grrrrr – mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich nur daran denke. Schrecklich.

Wie ich darauf komme? Irgendwer ist mit dem Suchbegriff “erwischt in Nylonstrumpfhosen” mein Weblog gefunden. Gelandet ist die Person auf diesem Artikel. Da steht zwar was über Strumpfhosen, aber sicher nicht das, was erhofft war.

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Immer noch Aussenseiter

Notiert von Hans-Georg am 14. Januar 2010

Nur eine kleine Meldung in der Tageszeitung, aber sie zeigt, dass wir Schwulen immer noch etwas besonderes sind und fernab jeglicher Normalität angesehen werden.

Da steht nämlich heute in der Zeitung, dass der Lebensgefährte von Guido Westerwelle mit auf die Antrittsreise nach Japan und China fliegt.

Wenn eine Ministergattin bzw. der Ehemann einer Ministerin mit auf eine Auslandsreise geht, wäre das sicher keine Zeile wert.

Nachtrag:
Auch hier ist das ein Thema.

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Ignorant

Notiert von Hans-Georg am 1. Dezember 2009

Heute ist Weltaidstag. Überall wir darüber geschrieben. Doch es gibt eine Institution, die den Weltaidstag ignoriert: Google! An jedem Pupstag, von dem man noch nie etwas gehört hat, wird bei Google üblicherweise auf der Startseite auf irgendeine Art und Weise der Googleschriftzug mit einer passenden Grafik versehen. Heute hätte man ja mal die rote Aidsschleife einbauen können. Aber nichts da. Da ist nur das ganz normale Logo zu sehen. Das ist schwach, ganz schwach!

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Schwule Väter

Notiert von Hans-Georg am 13. November 2009


Eins vorweg:
Mein Sohn ist das Liebste was ich habe. Seine Geburt, ihn kurz danach in meinen Armen zu halten, ist das Schönste was ich in meinem Leben je erlebt habe. Ich habe ihn aufwachsen sehen und ihn viele Jahre durch das Leben begleitet – und das macht mich glücklich. Und glücklich bin ich darüber, dass Bernd und ich ein sehr gutes Verhältnis zu Oliver und seiner Frau haben. Es hätte auch anders sein können.

Den unbändigen Drang zum anderen, zum eigenen Geschlecht, habe ich erst relativ spät entdeckt. Da war ich schon viele Jahre verheiratet und mein Sohn war bereits geboren. Um meine kleine Familie zu schützen, sie nicht aus dem eigenen Haus vertreiben zu müssen, habe ich den endgültigen Schritt der Trennung erst sehr viel später gemacht. Ein Schritt, der mir nicht leichtgefallen ist. Und ein Schritt, der dazu geführt hat, dass meine Frau sich weitgehend zurückgezogen hat, wofür ich Verständis habe.

Wenn ich es recht betrachte, hätte ich eigentlich gar nicht heiraten sollen, waren da doch recht früh schon entsprechende Gefühle. Meine Generation kannte kein Internet, in dem ich mich hätte informieren können. Von Haus aus war man gewissen Erwartungen unterworfen. Gut, es gibt genügend Beispiele von Männern meiner Generation, die den Bund der Ehe gar nicht erst eingegangen sind. Aber es ist auch eine Frage der eigenen Persönlichkeit, wie stark man selbst ist, um die Entscheidung zu treffen, den Weg für das schwule Leben zu gehen. Heute, mit Internetanschluss und Foren wie Gayroyal und Gayromeo, ist es viel einfacher geworden, Gleichgesinnte zu treffen und sich mit Männern die die gleichen Probleme. Schwul zu sein an sich ist für die Meisten nicht das Problem. Das Problem ist, schwul zu sein und eine Familie zu haben.

In einem der Foren bin ich schon einige Male von Männern angesprochen worden. Sie wollen wissen, wie es bei mir war. Sie erzählen von sich und ihren Problemen und fragen mich um Rat. Allein die Tatsache, dass da jemand ist, der das Gleiche durchgemacht hat, gibt diesen Männern eine Hilfestellung. Klar, jeder Fall, mag er noch so ähnlich sein, liegt dann doch anders. Die persönlichen Umstände spielen dabei eine grosse Rolle. Ein lieber Mann hat sich nach einer Zeit schwuler Erfahrungen wieder für seine Frau entschieden. In einer schweren Zeit konnte ich ihm Halt gegeben und mit einem offenen Ohr und mit Rat zurseite stehen. Was er mir über sich erzählte, über seinen Zwiespalt zwischen Familie, d.h. Frau und Kindern und schwules Leben, war teilweise so, als wäre es mein Leben. Genauso war es zum Teil bei mir. Heute sind wir mit F. und seiner Frau gut befreundet. Wir haben uns zusammen bei uns in der Wohnung getroffen und wir hatten einen sehr netten Abend.

Damals bei mir fühlte ich mich ziemlich allein. Ja, und ich gebe es zu: Ich dachte machnmal daran, meinem Leben ein Ende zu setzen. Auch wenn meine Frau mir heute vorwirft, ich hätte mit ihr sprechen sollen – was ich auch hätte tun sollen – ist es doch etwas anderes mit einer Person zu sprechen, die mit den gleichen Problemen lebt wie man selbst.

Wie komme ich nun dazu, über das Thema schwule Väter zu schreiben?:
Erstmal ist es ja so, dass ich bei Gayroyal und Gayromeo feststellen konnte, dass es wirklich eine überraschend hohe Anzahl schwuler Väter gibt. In beiden Foren gibt es entsprechende “Clubs”, in denen man sich registrieren kann. Einmal beigetreten bzw. aufgenommen sieht man die vielen Mitglieder, die ein gleiches oder ähnliches Schicksal hinter sich haben.

Der eigentliche Auslöser ist aber die Tatsache, dass wir auf unserer Minikreuzfahrt gleich vier(!) schwule Väter waren. Von Heinz, den wir als Freund von Frank das erste Mal persönlich trafen, wussen wir es vorher nicht. Es kam bei unseren vielen Gesprächen auf der Fahrt eher zufällig heraus. Er lebt mit Frau und Sohn unter einem Dach.

Wer sind denn nun die anderen Beiden? Das stellte sich erst gestern heraus. Es sind die beiden Jungs unserer Reisebekanntschaft. An Bord hatten wir ja nicht so viel Kontakt. Es war ja an dem Abend, an dem wir gaymeinsam in der Lounge sassen, aufgrund der lauten Musik auch recht mühsam, sich zu unterhalten. Am letzten Morgen an Bord bekam ich von den Beiden die Emailadressen. Die Kontaktaufnahme war deshalb recht einfach. Beide sind auch bei Gayromeo vertreten und deshalb konnten wir uns gestern Abend eine Weile “unterhalten”. Im Verlauf des Chats erfuhr ich dann, dass beide zusammen sieben(!) Kinder haben. Über die Hintergründe werde ich demnächst mehr erfahren.

Schwule Väter – es gibt mehr von uns als jeder von uns auch nur ahnt!

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Toleranz in Amerika?

Notiert von Hans-Georg am 4. November 2009


Amerika – ein Land der Gegensätze, nicht nur landschaftlich sondern auch menschlich. Zum Teil erzkonservativ, jedenfalls nach aussen (ich möchte nicht wissen, was bei denen, die am konservativsten sind, in den 4 Wänden abgeht), zum Teil aber auch tolerant und weltoffen. Letzeres sind die Eigenschaften, die mir gefallen. Verklemmt, intolerant und konservativ sein, möglichst noch unter dem Deckmantel der Kirche – nein, damit kann ich nichts anfangen.

Aber es gibt auch rühmliche Ausnahmen:

Der Freund eines Freundes befindet sich zurzeit geschäftlich auf einer USA-Rundreise. Diese führte ihn u.a. auch nach Provincetown. Wie mir berichtet wurde, scheint man dort Schwulen und Lesben gegenüber sehr liberal und tolerant zu sein. So hat unser Freund dort viele offen schwul lebende Männer in der Öffentlichkeit entdeckt und auch sonst einige Anzeichen, dass man in Provincetown nichts gegen Schwule und Lesben hat.

Das örtliche Touristbüro hat z.B. auf der Startseite seiner Homepage einen internen Link zur Rubrik Gay & Lesbian. Und das im prüden Amerika!

Aber leider sind auch bei uns auf offiziellen Seiten Informationen über das örtliche schwule und lesbische Leben noch Mangelware. Es muss ja nicht gleich Werbung für ein Etablissement mit Darkroom sein.

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Antrittsbesuch

Notiert von Hans-Georg am 31. Oktober 2009

Die neue Regierung ist in Amt und Würden. Nun geht sie los, die Ralley der Antrittsbesuche. Muss eigentlich die alte und neue Kanzlerin auch Antrittsbesuche machen? Wahrscheinlich nicht.

Wer auf Antrittsreise gehen muss ist der neue Aussenminister Guido FöhnWesterwelle. Ich mag ihn nicht, auch wenn er schwul ist und ich auch. Aber deshalb muss man ja nicht alle Schwulen mögen. Ist ja bei den Heten auch nicht anders. Da gibt es ja auch welche, die sich nicht mögen.

Was ich aber gut finde ist die Tatsache, dass ein schwuler Aussenminister seinen ersten Antrittsbesuch in ein Land macht, das so das ziemlich konservativste Land in Europa ist, besonders wenn es um das Verhältnis zur Homosexualität geht: Polen!

Nun, der Grund für die Reise nach Polen ist sicher nicht der, dass Guido schwul ist und er den Polen mal sagen will, was sie doch für ein intolerantes Volk sind. Aber toll finde ich es trotzdem.

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Die stolzen Väter

Notiert von Hans-Georg am 21. Oktober 2009

Nach 40 Jahren treffen sich das ersteMal die 4 besten Freunde aus Schulzeiten.

Nach einigen Gläsern verabschiedet sich einer Richtung Toilette.
Die anderen fangen an über ihren ganzen Stolz zu berichten!
Der erste meint:
“Mein Sohn ist mein ganzer Stolz! Er war sehr fleißig in der Schule, hat jahrelang studiert, seinen MBA gemacht und ist heute Präsident einer der größten Firmen Europas! Er istmittlerweile sooo reich, dass er mal eben seinem besten Freund zum Geburtstag einen Mercedes Kompressor mit 0 km geschenkt hat!”
Da meint der zweite:
“Nicht schlecht! Auch mein Sohn ist mein ganzer Stolz! Auch er war sehr fleißig und hat studiert. Er fing ganz klein als Pilot einer der größten Fluggesellschaften der Welt an und heute gehört ihm ein Teil davon! Er ist sooo unglaublich reich, dass er seinem besten Freund zumGeburtstag einen Boeing 737-700 geschenkt hat!”
Der dritte pfeift anerkennend:
“Nicht übel meine Herren! Aber auch mein Sohn ist unsagbar reich geworden durch puren Fleiß! Er hat Ingenieurwesen studiert, eröffnete dann später eine Baufirma und diese arbeitet mittlerweile weltweit! Er schenkte seinem besten Freund zum Geburtstag ein Haus mit über 1000 m2 speziell für ihn gemacht mit allem drum und dran!”
Die drei beglückwünschten sich untereinander, als der 4. von Toilette wiederkam und sich erkundigte, was er verpasst hätte.
“Wir sprachen gerade über unsere Söhne und wie stolz wir auf sie wären! Apropos… Was macht eigentlich Dein Sohn ???”
“Der ist schwul! Er arbeitet als Stripper und Callboy in einer Diskothek. An seinen freien Tagen verdient er sich mit Schwulen-Pornos noch etwas dazu!”
“Oh mein Gott, das ist ja grauenhaft! Du Ärmster… Das muss Dir doch unglaublich peinlich sein!”
“Nein, wieso? Überhaupt nicht! Er ist mein ganzer Stolz und Glück hat er auch noch!
An seinem Geburtstag bekam er mal eben einen Mercedes Kompressor mit 0 km, eine Boeing 737-700 und ein auf ihn zugeschnittenes Haus von seinen 3 besten Liebhabern !!!”

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